Teil 2: Von den Bergen in den Dschungel und zurück

17 Sep 2018

Auf dem «Campingplatz» in Puerto Maldonado verbrachten wir noch einen Entspannungstag, bevor es wieder auf die lange Rückfahrt ging. Tagsüber war es etwa 35°C, nachts schwüle 26°C, bei denen man kaum schlafen kann.

Die lustigen Affen wurden immer zutraulicher und Etta wurde vom einen Weibchen aus lauter Zuneigung immer wieder gebissen.

 

Wir fuhren früh los, denn wir wollten den Weg zurück nach Cusco in einem Tag schaffen und es sollte heiss werden. Unsere Thermometer zeigten zeitweise über 40°C an. Wir beneideten Konsti mit seiner Klimaanlage im Auto... Bei der Suche nach einem schönen Offroad-Mittagsplätzchen überschätzten wir unsere Fahrzeuge ein wenig: Konstis Mietauto hatte einen Platten und auf dem steilen Rückweg, den wir nur knapp schafften, schmolz bei Brunhilde das Tachokabel zu einem Plastikklumpen zusammen. Bei der Störungssuche fiel uns auch auf, dass die eine getriebeseitige Manschette kaputt war. Um etwa 23.30 Uhr erreichten wir schliesslich den Campingplatz von Cusco und gönnten uns eine erfrischende Dusche. 

 

Am nächsten Tag wollten wir beim Mechaniker die Manschette auswechseln lassen, damit das Antriebsgelenk nicht verdreckt. Überraschung: auch dieses Teil sucht man in Südamerika vergebens... Die Bastellösung hat keine 30 Kilometer gehalten.

An einem See nördlich von Cusco sahen wir Katrin und Beni aus Österreich wieder und verbrachten 2 Tage mit ihnen. Wir fragten uns, ob es klug ist, mit einem mässig fahrtauglichen Bus zum Machu Picchu zu fahren und entschieden uns, zu dritt mit Konstis Auto nach Hidroelectrica zu fahren, wo die Machu-Picchu-Wanderung beginnt. Beni und Katrin passten derweil auf Brunhilde auf.

 

Von Hidroelectrica wanderten wir 3 Stunden den Bahngleisen entlang bis Aguas Calientes. Der hübsche Ort ist wegen seiner Abgeschiedenheit und Nähe zum Machu Picchu eigentlich nur von Touristen bevölkert. Rasch war ein Ticket gekauft und ein Hostelzimmer ergattert. Etta bekam mit dem Internationalen Studentenausweis übrigens keinen Studentenrabatt, während Konsti sich mit seiner deutschen Krankenkassenkarte als Student verkaufen konnte. 

 

Am nächsten Morgen um 05.00 Uhr, mit einem Kaffee und einem Sandwich für den Weg, verliessen wir Aguas Calientes in Richtung Machu Picchu. 

Auf dem steilen Wanderweg schloss sich uns ein streunender Hund an, der uns bis ganz nach oben begleitete. Wenn wir mal zu lange brauchten, wartete er auf uns und bellte so lange, bis wir ihr wieder einholten. 

 

Die Ruinenstadt ist sehr beeindruckend. Wenn man sich vorstellt, wie abgelegen die Stadt ist, und dass hier einmal bis zu 1000 Menschen lebten, muss der Aufwand, die Stadt zu versorgen, riesig gewesen sein. Leider fällt der Machu Picchu inzwischen seinem Erfolg immer mehr zum Opfer und die unglaublichen Touristenmassen beschatten das eigentlich schöne Erlebnis... 

 

Zurück in Hidroelectrica holten wir den Mietwagen wieder ab und fuhren zurück an den See, wo die beiden Österreicher unsere Brunhilde erfolgreich vor Kidnapping bewahrt hatten. Wir verbrachten einen weiteren lustigen Abend zu fünft in Benis und Katrins tollem, alten Mercedes-Bus, bevor sich am nächsten Morgen unsere Wege vorerst wieder trennten. 

 

Auch Konstis Zeit bei uns ging langsam zu Ende und er musste seinen Mietwagen wieder zurückgeben. Bei Europcar kam dann die grosse Überraschung: für den kaputten Reifen und einen kleinen Kratzer wollten sie knapp 500US$ Schadensersatz. Alleine für den schon abgefahrenen Reifen verlangte Europcar 365US$. Stefan, Konsti und die Frau von Europcar diskutierten und argumentierten eine Stunde. Schliesslich übernahm Europcar den Schaden. 

 

Wir brachten Konsti zum Flughafen und verabschiedeten uns. Jetzt wieder zu zweit machten wir uns nochmals auf die Suche nach einer passenden Manschette, leider ohne Erfolg.

Wieder auf dem Campingplatz von Cusco trafen wir auf Manu und Andi, mit denen wir zwei weitere Tage verbrachten. Wir bauten nochmals die Antriebswelle aus, um das Mechanikergebastel zu optimieren. Auch ein neues Tachokabel haben wir eingelötet. 

 

 

Als wir dann Richtung Küste fuhren, realisierten wir, dass weder das Tachokabel, noch die zum dritten Mal geflickte Manschette hielten. So verbrachten wir mit unseren österreichischen Freunden Katrin und Beni bei den Thermalquellen in Chivay nochmals zwei gemütliche Tage. Wir plauderten, spielten Uno, badeten und genossen die letzte Zeit zusammen. Die beiden fahren nun in den Süden und wir in den Norden. 

 

In Arequipa fanden wir einen Kautschuk-Verkäufer, der das Loch in der Original-Manschette versiegeln konnte. Wir spazierten in der Zwischenzeit eine Stunde durch die schöne Altstadt. Am Abend schliefen wir auf einer Tankstelle ausserhalb der Stadt, nicht ohne zu fragen, ob das okay sei. Doch um 5 Uhr morgens klopfte es mehrmals: der neue Tankstellenwart, der gerade seine Schicht anfing, meinte, er wolle Geld sehen, oder wir müssten gehen. Also fuhren wir zur nächsten Tankstelle, um uns nochmals eine Stunde hinzulegen. Danach fuhren wir der Küste entlang Richtung Norden. Den Nachmittag verbrachten wir beim Mechaniker, um die reparierte Manschette einzubauen. Mal schauen, wie lange es dieses Mal hält...

 

 

 

Die ungefähre Reiseroute dieses Artikels:

 

 

 

 

 

Please reload

Ähnliche Artikel

Unterstütze uns, während du liest

Neue Artikel zu schreiben und unsere Webseite aktuell zu halten ist viel Arbeit und mit Kosten verbunden. Möchtest du etwas dazu beitragen? Lass deinen Computer für uns Monero minen, während du diesen Artikel liest.

Hier erfährst du mehr dazu

Please reload

GoGoBrunhilde auf Instagram

Newsletter

Solcialmedia

  • Instagram - Black Circle
  • YouTube - Black Circle

Login