Von Sucre nach Cusco

21 Aug 2018

In Boliviens Hauptstadt Sucre verbrachten wir eine gute Zeit. Unser Airbnb war war auch ohne Heizung super und die Stadt selbst hatte ein gutes Angebot an Ausgangsmöglichkeiten und Restaurants. Wir verabredeten uns mit Linda, Manu und Andi und verbrachten einen lustigen Abend im Pub. Linda, die mit ihrem Bruder und dessen Freundin mitreiste, kannten wir bereits aus der Schweiz.

 

Von Sucre aus traten wir unseren Weg nach La Paz an. Für die knapp 700 Kilometer brauchten wir drei Tage. Die Strasse war sehr gut und die Landschaft einfach umwerfend. Überhaupt hat Bolivien wider Erwarten sehr gute Überlandstrassen, das Land investiert zurzeit stark, überall werden Strassen ausgebaut und neue Strommasten errichtet.

 

Im Gegensatz zu Argentinien oder Chile war es in Bolivien schwer, Wildcampingplätze zu finden. In den zwei Nächten, die wir unterwegs nach La Paz verbrachten, wurden wir jeweils um 7:00 und 7:30 Uhr von Einheimischen geweckt, die an unser Auto klopften und uns wegschickten, auch wenn wir relativ versteckt parkierten und nie in der Nähe von einer Siedlung waren. Immerhin waren wir so früh wieder unterwegs und hatten viel vom Tag.

 

Auf dem Camping «Colibri» in La Paz wollten wir ursprünglich 2 Tage verbringen, doch wir haben uns so wohl gefühlt, dass wir über eine Woche dort blieben. Wir lernten Fabian und Thora aus Hamburg mit ihrem Defender Udo kennen und verbrachten ein paar lustige Tage mit ihnen. Auch Andi und Manuela, die wir bereits in Sucre kennengelernt hatten, trafen ein paar Tage später auf dem Campingplatz ein. 

 

 

La Paz hat uns sehr gut gefallen. Im Gourmet-Restaurant Gustu genossen wir zu Ettas Geburtstag und – eher zufällig – zum 300-Tage-weg-von-zuhause-Jubiläum ein 18-Gänge-Menü, ein Geschenk von Ettas Mama. Vielen Dank! Am besten hat uns in der Stadt das öffentliche Verkehrssystem gefallen: nicht eine Metro, wie in anderen Grossstädten, sondern Seilbahngondeln, mit denen man über die ganze Stadt schwebt, bringen einen von A nach B. Die Stadt aus der Gondel zu erkunden, war für uns ein super Erlebnis! So verbrachten wir einen ganzen Nachmittag mit Andi, Manu, Deana und Simon und hatten grossen Spass dabei. Letztere zwei waren Stammgäste von Etta, als sie noch im Restaurant Moment in Bern arbeitete.

 

Dann wurde es wieder einmal Zeit, Adieu zu sagen. Wir packten unsere Sachen und machten uns auf den Weg zum legendären Camino de la Muerte oder Strasse des Todes. Manu und Andi hatten das gleiche Ziel und so fuhren zusammen los.

Der Camino de la Muerte trägt seinen Namen nicht unverdient: Bevor die Umgehungsstrasse 2009 fertiggestellt wurde, war dies die Hauptverbindung ins Amazonasbecken. Auf dem 64 Kilometer langen Abschnitt mit seinen bis zu 600 m senkrecht abfallenden Steilwänden starben jährlich rund 300 Menschen. Leitplanken gibt es nur an wenigen Stellen und meist ist die Strasse einspurig. Es gilt Linksverkehr, damit der Lenker, der von oben kommt, den Abgrund genau im Auge behalten kann. Glücklicherweise hatten wir kaum Gegenverkehr.

 

Wir übernachteten auf einem Kiesplatz an der Strasse und genossen die Wärme, die uns einige Höhenmeter weiter unten empfing. Mit der Wärme kam aber auch der Regen und es goss zeitweise wie aus Eimern.

Am Tag darauf besuchten wir in Coroico das Café eines Schweizers, der leider nicht dort war, und durften auf dem Gelände eines naheliegenden Hotels übernachten.

 

Es wurde Zeit, uns auch von Manu und Andi zu verabschieden, die über Brasilien nach Peru fahren wollen. Wir hingegen mussten uns sputen, das Land zu verlassen, da unsere Visa nur noch 4 Tage gültig waren.

 

Wir legten also einen grossen Fahrtag ein und fuhren zum Titicacasee, wo wir mit einer Fähre den See überquerten und nach Copacabana an die peruanische Grenze wollten. Doch daraus wurde nichts:  Einheimische hatten die Strasse mit riesigen Steinen versperrt. Sie protestierten für eine Brücke, die ihnen schon lange versprochen wurde.

 

Wir übernachteten auf dem Dorfplatz, wo die Fähre anlegt und wollten es am nächsten Morgen noch einmal versuchen.

 

Die Situation war am nächsten Morgen unverändert und so fuhren wir den ganzen Weg zurück nach La Paz und nahmen die Strecke um den Titicacasee. Auf halbem Weg nach La Paz begegneten uns dutzende Polizeiwagen, Motorräder und Truppenbusse. Hätten wir einfach ausschlafen sollen? Wir entschieden uns, trotzdem den Weg um den See zu nehmen.

 

Nachdem uns ein Polizist für einen Stempel, den wir „unbedingt brauchten“ aber nicht hatten, 10 Franken abzuknöpfen versuchte, waren wir endlich in Peru. Wir besorgten uns in einem Dorf eine Autoversicherung für 2 Monate und übernachteten, da die Gegend anscheinend nicht so sicher sei, vor einer Polizeistation. Diesmal waren die Polizisten ganz nett und wollten kein Geld von uns.

 

Die nächsten Tage fuhren wir über eine atemberaubende Bergstrecke Richtung Cusco, der ehemaligen Hauptstadt des Inkareiches. Unterwegs probierten wir die lokale Spezialität: Meerschweinchen. Ganz überzeugt hat uns das Gericht allerdings nicht und an dem Tierchen hat es auch kaum Fleisch dran.

 

In Cusco richteten wir uns auf einem Campingplatz ein, den uns Freunde empfohlen hatten, ein wahrer Overlandertreffpunkt. Martin und Christin, die wir aus Chile kannten, und Colette und Jean-François, die wir in den Baños Colinas trafen, waren da und viele neue Gesichter aus der Schweiz, Österreich, Italien und Spanien.

 

 

 

Leider funktioniert die Routendarstellung bei dieser grossen Distanz nicht mehr richtig, deswegen lassen wir sie dieses Mal weg...

 

 

 

 

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