Von der Salar de Uyuni zur Laguna-Route

17 Jul 2018

Vom Städtchen Uyuni aus machten wir uns auf den Weg zur weltbekannten Salar de Uyuni, der mit über 10'000 km2 grössten «Salzpfanne» der Erde. Doch bevor wir uns auf die bis zu über 30 m dicke Salzkruste wagen konnten, mussten wir unsere Brunhilde salzfest machen lassen. Dazu wurde der komplette Unterboden mit flüssigem Öl eingesprüht, um eine rasche Korrosion zu verhindern. Am selben Ort konnten wir auch gleich unsere schmutzige Wäsche abgeben.

 

 

Bei der Tankstelle feilschten wir noch kurz um einen besseren Preis und als wir vollgetankt hatten, konnte es losgehen.

 

In Bolivien sind Benzin und Diesel für die Bevölkerung subventioniert und so bezahlt eine Bolivianerin oder ein Bolivianer beispielsweise für einen Liter Benzin 3.47Bob, was umgerechnet etwa 50 Rp. entspricht. Ausländer hingegen müssen den internationalen Preis von 8.87Bob bezahlen, etwa 1.30 Fr. Wenn man auf eine Quittung verzichtet, kann man den Preis etwas drücken und so bekamen wir den Liter bis jetzt für ca. 1 Fr.

 

Am «Ufer» der Salar angekommen, mussten wir erst durch etwa 40 cm tiefes Salzwasser fahren. Da wir nicht erahnen konnten, wo wir am besten langfuhren, warteten wir darauf, dass wir einem der vielen Tourenjeeps folgen konnten.

 

Nach einer kurzen Mittagspause, bei der es Lamaschnitzel gab, fuhren wir los. Wir steuerten über eine wacklige Piste auf das Dakar-Monument und das nahegelegene Salzhotel zu. Nach ein paar Fotos entschieden wir uns, einer Piste ins nirgendwo zu folgen und blieben nach etwa 2 Stunden stehen um zu übernachten. Die Szenerie war unglaublich. Abgesehen von ein paar weit entfernten Bergen sah man nur Salz. Und auch das Licht bei Sonnenunter- und -aufgang war atemberaubend.

 

Am Tag darauf steuerten wir auf die Insel «Incahuasi», Haus der Inkas, zu. 10 Kilometer vor der Insel trafen wir auf einen halbverdursteten Hund, der durch die Salar irrte – 80 km vom nächsten «Ufer» entfernt. Wir konnten nur erahnen, wie er hierhergekommen ist. Wir gaben ihm Wasser und etwas Hundefutter und Sali, wie wir in tauften, konnte sich im Schatten unserer Brunhilde etwas erholen. Seine Pfoten und Augen waren vom Salz und der Sonne bereits geschwollen und wir wussten, wenn wir ihn sich selbst überlassen, dann war’s das wohl mit ihm... Wir entschieden uns also, ihn im Schritttempo mit mehreren Wasserpausen zur Insel zu führen, wo es viele Touristen und ein kleines Restaurant gibt und er hoffentlich zurechtkommen wird.

 

 

Incahuasi war mit seinen geschätzten 150 m Höhe über Salar und tausenden Riesenkakteen – manche über 1200 Jahre alt – ein guter Aussichtspunkt und eine schöne Abwechslung. Wir assen im Restaurant zu Mittag, verabschiedeten uns von Sali und fuhren weiter, gen Osten. Da hier keine Touren mehr stattfanden, waren die Pisten praktisch wie Autobahnen. Man konnte problemlos mit 100 km/h über das Salz düsen und die einzige Abwechslung war ein Taxi, das uns auf einmal überholte.

 

Am Ende der Salar stellten wir fest, dass der Zugang zum Dorf sehr schlammig war und so drehten wir wieder um, da wir hier keinesfalls stecken bleiben wollten. Wir folgten einem kleinen Track zurück, den man oft nur erahnen konnte, und übernachteten nochmals in völliger Einsamkeit.

 

Am nächsten Morgen, war der Track wider Erwarten fast nicht mehr zu sehen und es war nur eine Frage der Zeit, bis wir ihn verloren hatten. Etwas nervös, da sich unter dem Salz auch Schlamm verbergen kann und wir ausserdem weit weg von den Strassen waren, steuerten wir mit Hilfe des GPS direkt auf Incahuasi zu. Ein Overlander-Paar, dass wir getroffen hatten, war nämlich irgendwo im Nirgendwo steckengeblieben und musste 2 Tage lang nach Hilfe suchen.

Das Glück war aber auf unserer Seite und nachdem wir Sali nochmals kurz begrüssten, ging es von Incahuasi aus nach 3 Tagen Salar zurück aufs Festland. Wir holten unsere Kleider ab und liessen unsere Brunhilde gründlich vom Salz befreien.

 

Die nächsten zwei Tage verbrachten wir nochmals in Uyuni und lernten das bolivianische Nachtleben etwas besser kennen.

 

Nach Uyuni nahmen wir die bekannte Lagunenroute in Angriff, welche als eine der schönsten Hochlandstrassen der Welt gilt und gemäss vielen Aussagen nur mit 4x4 zu befahren sei. Wir wollten es natürlich trotzdem versuchen. Wie der Name schon sagt, führt die Route über das sehr abgelegene südliche Hochland Boliviens an diversen Lagunen vorbei. Die Lagunenroute führt von Uyuni 450 km nach San Pedro de Atacama in Chile. Unterwegs gibt es keine Möglichkeit zum Tanken und man ist permanent auf einer Höhe zwischen 4000 und bis zu über 5000 m.ü.M. unterwegs. Glücklicherweise waren wir schon gut an die Höhe akklimatisiert. Entsprechend kalt waren aber die Nächte (bis zu -16°C). Der Weg führte über grosse Steine, tiefen Sand und ganze Schneeflächen mussten wir durchqueren. Wir waren oft nur im Schritttempo unterwegs und konnten so die unglaublich schöne Landschaft geniessen. Schneebedeckte Berge, malerische Lagunen und Unmengen an rosa Flamingos, die wir aus nächster Nähe betrachten konnten, waren einige der Highlights.

 

 

 

Die ungefähre Reiseroute dieses Artikels:

(Google kennte die Strassen auf der Salar de Uyuni nicht, daher führt die Route nur bis zum Dorf wo sich der Zugang befindet.)

 

 

 

 

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