Ein nicht ganz angenehmer Polizist

8 Jul 2018

In Salta hatten wir unsere erste Begegnung mit einem korrupten Polizisten. Wir hatten vor lauter Verkehr eine Abzweigung von der Hauptstrasse verpasst und wollten bei der nächsten Gelegenheit umkehren. Da wir langsam mit den argentinischen Gepflogenheiten vertraut sind, haben wir das Verkehrsschild mit einem «Linksabbiegeverbot» souverän ignoriert. Was wir etwas weniger souverän ignoriert hatten, war die Polizeikontrolle 50 Meter weiter... Natürlich wurden wir prompt herausgewunken.

 

Der Polizist machte uns darauf aufmerksam, dass man hier nicht links abbiegen dürfe und wir dafür eine Busse bezahlen müssten. Da wir Ausländer seien, müsse der Fahrer, also Stefan, ins Gefängnis, bis Etta die Busse auf dem nächsten Polizeirevier bezahlt hätte. Auf einmal seien wir auch noch bei Rot über die Kreuzung gefahren und das Bussgeld würde bei umgerechnet 300 Franken liegen. Nach einer kurzen Pause meinte der Polizist nur «Was machen wir jetzt bloss mit euch...?» Uns war schnell klar, worauf er herauswollte, doch wir sahen ihn nur fragend an. Nachdem er die Frage noch etwa fünf Mal wiederholt hatte, meinte er, wir könnten die Strafe auch direkt bei ihm bezahlen, ins Gefängnis müsse dann niemand mehr. Im Gegensatz zur Schweiz ist es Polizisten in Argentinien nicht erlaubt, Bussgelder direkt auf der Strasse einzukassieren, da diese in vielen Fällen einfach verschwinden. Das wussten wir, da wir schon ein paar Geschichten von nicht ganz sauberen Polizisten gehört hatten. Also beschlossen wir, auf dumme Touristen zu machen und so zu tun, als würden wir ihn nicht verstehen.

Wir hatten schliesslich alle Zeit der Welt. Nach etwa 15 Minuten wurde es ihm dann zu dumm und er liess uns weiterfahren, ohne Busse fürs illegale Linksabbiegen. Yeah!

 

Auf dem Stadt-Campingplatz von Salta wurden wir von einem argentinischen Paar mit drei Söhnen zur gemeinsamen Parillada (BBQ) eingeladen. Die Familie ist mit ihrem Camper ebenfalls auf dem Weg Richtung Alaska.

 

 

Schliesslich liessen wir Salta hinter uns. Eine schmale Bergstrasse führte durch dichte Wälder: ein spezieller Anblick nach so viel Zeit in kargen Landschaften und trockenen Wüsten. Wir übernachteten an einem See, wo wir am Morgen von Schafen, Pferden und Ziegen umringt waren. Auch ein junger Hund war da, den wir am liebsten mitgenommen hätten.

 

In Yala stoppten wir beim Campingplatz mit dem bestimmt schnellsten WiFi in ganz Argentinien: Sogar im Bus konnten wir YouTube und Co. streamen. Doch leider funktionierte das Internet nur einen Abend lang. Dafür waren wir in der ersten Nacht die einzigen Gäste und hatten den ganzen Platz für uns.

 

In San Salvador gönnten wir uns ein letztes Mal eine argentinische All-You-Can-Eat Parillada in einem Restaurant und machten uns danach mit vollen Bäuchen auf die Suche nach einem Ort, wo wir das Spiel Schweiz-Costa Rica schauen konnten, erfolglos, da zeitgleich Brasilien gegen Kroatien spielte.

 

Nach zwei Nächten in Yala ging es weiter Richtung Bolivien. Auf dem Weg übernachteten wir oberhalb eines Dorfes an einem der schönsten Wildplätze: Rote Felsen, grüner Sand und haufenweise Kakteen. Wunderschön. Das Einschlafen war allerdings auf dieser Höhe

(2900 m. ü. M.) nicht ganz einfach.

 

Am Tag darauf fuhren wir auf der Ruta 9 bis nach La Quiaca, der Grenzstadt zu Bolivien. Da wir annahmen, dass der Grenzübertritt viel Zeit in Anspruch nehmen wird, wollten wir irgendwo in der Nähe übernachten und machten es uns auf dem abgelegenen Parkplatz der Laguna Colorada, 20km ausserhalb der Stadt, gemütlich. Auch diese Nacht, inzwischen auf über 3500 m.ü.M., war wenig erholsam.

 

Am nächsten Morgen standen wir früh auf und machten uns auf den Weg zu nächsten YPF-Tankstelle, um nochmals Benzin und Trinkwasser aufzufüllen, als gerade Argentinien gegen Frankreich spielte. Wir blieben die erste Halbzeit im Café der Tankstelle und fieberten mit den anwesenden Argentiniern mit. Danach ging es ab zur Grenze.

 

 

 

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