Heisse Quellen und kalte Duschen

25 Apr 2018

Der Weg zu den Thermalbädern führte durch Santiago. Ausserdem mussten wir noch Wäsche waschen und entschieden uns kurzerhand, derweil nochmals unser Stammcafé der letzten Tage zu besuchen. Am Abend konnten wir unsere Wäsche wieder entgegennehmen und unseren Weg in Richtung Anden fortsetzten. Zeitlich kamen wir so genau in die Rushhour und erlebten unseren ersten Stau, seit wir in Südamerika unterwegs sind.

 

 

Irgendwann schafften wir es aus der Stadt und schlängelten uns im Dunkeln die Bergsträsschen hoch. Den anvisierten Platz aus der iOverlander-App konnten wir im Dunkeln nicht finden und somit gab es eine Nacht am Strassenrand. Wir hatten das Gefühl, an einer tiefen Schlucht zu stehen und wollten auf keinen Fall zu nahe am Abgrund parkieren.

 

Am nächsten Morgen sahen wir jedoch einen kleinen Fluss, der nur wenig unter uns verlief.

Wir machten uns auf den Weg zu den Baños Morales. Von einem Dorfbewohner erfuhren wir, dass die Baños Colinas etwas weiter viel heisser seien und sich mehr lohnen würden als die Baños Morales. Wir beherzigten den Rat und folgten einer sehr steilen, unbefestigten Strasse den Berg hoch bis zu den Baños Colinas auf 2500 müM. Als wir eintrafen, waren die meisten Besucher bereits wieder auf dem Rückweg. Die Bassins waren herrlich warm und wir verbrachten einige Stunden mit baden. Inzwischen waren wir nur noch 6 Personen. Auch ein älteres französisches Paar war da, das uns später zu einem Bier in ihrem Sprinter-Camper einlud. Wir übernachteten auf dem Parkplatz der Thermen und hatten seit langem wieder eine Nacht unter 0°C.

 

 

Am Morgen darauf kamen schon früh die ersten Touristenbusse und luden Unmengen an Menschen aus. Wir entschieden uns trotzdem für ein kurzes Bad, bevor es wieder zurück ins Tal ging. In einem Dorf kauften wir Wasser und Verpflegung für die nächsten Tage und steuerten den Platz an, den wir in der Dunkelheit einige Tage zuvor nicht gefunden hatten. Um das Inselchen zu erreichen, mussten wir eine kleine Furt durchqueren, was unsere Brunhilde mit Bravur meisterte und andere Besucher davon abhielt, sich an unserem Platz breitzumachen.

 

 

Wir verbrachten zwei Tage dort, bevor es zu den Termas del Plomo hinauf gehen sollte.

Auf dem Weg dorthin kamen wir an einem teils ausgetrockneten Stausee vorbei, der von Wochenendausflüglern bevölkert war. Den Spass wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen und fuhren auf den ausgetrockneten Teil. Wir entschieden uns dazu, hier eine Nacht zu verbringen und wollten uns ein Plätzchen suchen. Es kam natürlich, wie es kommen musste: Wir blieben im Sand stecken. Wir dürfen uns mittlerweile wohl als in dieser Hinsicht erfahren bezeichnen und fingen routinemässig mit der «Bergung» an. Brunhilde stand jedoch irgendwann bis zum Motor im Sand und wir schafften es zum ersten Mal nicht, uns selbst zu befreien. Wir schauten uns nach Hilfe um. Ein junges Paar aus Santiago zog uns mit Hilfe der Seilwinde an ihrem Geländewagen ohne weitere Probleme aus dem Sand. Wir bedankten uns. Doch die Laune war im Keller und so übernachteten wir einfach an Ort und Stelle. Aus einer Nacht wurden zwei und am Sonntagabend und am Montag waren wir ganz alleine auf dem See.

 

Die Termas del Plomo befanden sich im nächsten Seitental im Valle del Yeso auf 2900 müM. Um dorthin zu gelangen, musste man einerseits einen Eintritt von umgerechnet etwa zehn Franken bezahlen und anderseits einige tiefere Furten (bis 30cm) durchqueren. Wir waren etwas nervös, da wir noch nie durch so tiefes Wasser fahren mussten, aber alles ging gut. Wir liessen Brunhilde auf dem Parkplatz/Camping der Thermen und machten uns erst einmal auf eine kleine Wanderung zu einer anscheinend nahe gelegenen Laguna. Wir fanden sie zwar nicht, liefen aber durch ein wunderschönes Tal.

 

Von den Thermen waren wir etwas enttäuscht, sie waren höchstens lauwarm. Doch dafür waren wir, abgesehen von einer Familie, die nicht lange blieb, ganz alleine. Auch hier verbrachten wir eine Nacht, und diese war überraschend warm.

 

Die nächsten zwei Nächte schliefen wir wieder auf unserem «Flussinselchen». Am Tag darauf fuhren wir zurück nach Santiago und übernachteten an unserer Lieblingstankstelle, denn wir wollten wieder einmal warm duschen. Für den nächsten Tag hatte Etta westlich von Santiago einen Weingutbesuch gebucht.

 

 

 

Reiseroute dieses Artikels:

(die Strasse zu den Termas del Plomo gibt es auf GoogleMaps nicht...)

 

 

 

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