Wunderschöne Carretera Austral

11 Mar 2018

 

Der Rückweg vom Nationalpark Perito Moreno auf die Ruta 40 war für uns und unsere Brunhilde belastend. Die knapp 100 Kilometer Schotterpiste hatten es in sich und zogen sich extrem in die Länge. Wir ärgerten uns ein wenig, dass wir für den Nationalparkbesuch nur zwei Tage Zeit hatten. Doch wir hatten in der Ortschaft Perito Moreno bereits ein Hotel gebucht.

Wir legten inmitten von farbigen Hügeln einen Stopp ein. Anfangs hatten wir vor, an diesem schönen Ort zu übernachten. Doch der Wind blies Sand in alle Ecken des Autos, weshalb wir nach einem kurzen z’Nacht weiterfuhren.

 

Bald waren wir in Perito Moreno an einer Tankstelle parkiert. Die Duschen dort durften wir leider nicht benutzen, da dies ja bedeutet hätte, dass das Personal anschliessend die Räumlichkeiten hätte reinigen müssen...

 

Am Tag darauf standen wir Punkt 12 Uhr mittags an der Rezeption des Kelman-Hotels, bereit zum Einchecken. Die nächsten zwei Tage verliessen wir unser Zimmer nur zur Nahrungsaufnahme. Ein hübsches Restaurant und eine Pizzabude waren glücklicherweise nur ein paar Schritte entfernt.

 

Nach diesem erholsamen Hotelaufenthalt machten wir uns auf den Weg nach Chile. Wir erlebten den bisher freundlichsten, dafür aber auch den gründlichsten Grenzübertritt auf unserer Reise. Jede Ecke unseres Busses wurde auf verbotene Schmuggelware (Fleisch, Obst und Gemüse) kontrolliert. Sogar unsere frisch gewaschene Wäsche, die sich noch in Plastiksäcken befand, musste zusammen mit unserer Gitarre in den (Flughafen-)Gepäckscanner.

Über Chile Chico, wo wir einen kurzen Halt einlegten, ging es weiter Richtung Westen zur Ruta 7, der Carretera Austral. Die nicht asphaltierte Strasse führte uns durch eine wunderschöne Landschaft quer durch die Berge. Entlang von Seen und steil abfallenden Felswänden fuhren wir begeistert zu unserem nächsten Schlafplatz an einem abgelegenen Örtchen. Ein schöner Abend oberhalb eines Sees krönte den Tag.

 

Am nächsten Tag erreichten wir die Carretera Austral. Auf holpriger Schotterstrasse fuhren wir in den Norden nach Puerto Tranquilo. Dort trafen wir überraschenderweise auf Pat und Neil, zwei Engländer, die gleichzeitig mit uns ihren Truck aus dem Hafen in Montevideo abholten. Am Abend sassen wir bei den beiden bei einer Runde Bier im Reisemobil. Dort lernten wir auch Ellen und Perry kennen, die seit drei Jahren in ihrem Reisetruck unterwegs sind.

Am nächsten Morgen trennten sich unsere Wege vorerst wieder.

 

 

Wir füllten unsere Wasservorräte auf, kauften einige Früchte ein und machten uns eine Stunde nach den beiden LKWs ebenfalls auf den Weg. Wir waren in 5 Tagen in Puerto Montt mit einer Freundin von Etta verabredet und mussten deshalb noch einige Kilometer fahren, um rechtzeitig dort zu sein.

 

Am Abend fanden wir ein schönes Plätzchen direkt an einem See. Wir richteten uns ein und auf einmal standen wieder Perry und Neil vor uns. Sie hatten uns von der Strasse gesehen und sich entschieden, unsere schöne Einsamkeit mit sich zu bereichern. Auch heute verbrachten wir wieder einen Abend zu sechst im Truck von Pat und Neil.

 

Die nächsten Tage waren wir zumeist unterwegs und konnten immer an super Plätzen in der Natur übernachten. Die chilenische Seite der Anden ist sehr regnerisch und so führte uns die Carretera Austral durch dichte, wilde Regenwälder. Die Strasse geht mal hoch, mal tief ins Tal, ist streckenweise asphaltiert, aber meistens Schotterstrasse. Eine wunderschöne Strecke.

 

Wir kamen auch an St. Lucia vorbei, wo die Strasse nach drei Monaten Sperre erst seit kurzem wieder befahrbar war. Ein gewaltiger Erdrutsch hatte die ganze Gegend verwüstet und ein halbes Dorf unter sich begraben. Zahlreiche Menschen liessen dabei ihr Leben. Beim Durchfahren der frisch geöffneten Strasse konnte man die Überreste der zerstörten Häuser aus der Erde herausragen sehen. Man kann sich kaum vorstellen, wie so etwas möglich ist...

 

 

In Chaitén übernachteten wir auf dem Campingplatz. Dort lernten wir zwei junge Genferinnen kennen, die mit Zelt und Rucksack unterwegs waren. In der Nacht begann es zu regnen. Der Regen sollte uns auch durch den ganzen nächsten Tag begleiten, es goss während über 24 Stunden wie aus Eimern.

 

Um 12 Uhr legte die erste Fähre ab. Nach etwa einer halben Stunde kämpfen wir uns mit vielen anderen Autos durch die matschige "Dschungelstrasse" zur zweiten Fähre, auf der wir ungefähr 3,5 Stunden verbrachten.

 

Ein paar Kilometer nach dem Hafen fanden wir ein Plätzchen an einem Bach. Hier verbrachten wir den Abend und labten uns wieder mal an Päcklisuppen. Es goss immer noch...

 

Am nächsten Morgen konnten wir es kaum glauben. Der Regen hatte aufgehört! Nach dem Frühstück bemühten wir uns, die angesammelte Feuchtigkeit auszulüften, bevor wir nach Puerto Montt fuhren.

 

Bei der dritten und letzten Fähre wurden wir von einem Uruguayo angesprochen, der wegen unseres Nummernschilds neugierig war. Begeistert davon, dass wir am Mate trinken waren, wollte er wissen, welches Yerba wir benutzten. Wir zeigen ihm den Beutel des Chilenischen Yerbas. Kurzerhand schenkte er uns drei Viertel des Inhaltes seines eigenen uruguayischen Yerbas, dem seiner Meinung nach einzig richtigen. Da sagen wir natürlich nicht nein.

 

In Puerto Montt trafen wir Sophie, mit der wir uns zum z’Nacht verabredet hatten. Etta und Sophie kennen sich vom Chor im Gymnasium, Sophie bereist seit 6 Monaten Südamerika.

Die Stadt mit ihren 250'000 Einwohnern ist nicht wirklich schön. Die Nacht in der Stadt verbrachten wir an einer Tankstelle. Das hatten wir nach so viel Natur fast schon vermisst.

 

 

Reiseroute dieses Artikels:

 

 

 

Please reload

Ähnliche Artikel

Unterstütze uns, während du liest

Neue Artikel zu schreiben und unsere Webseite aktuell zu halten ist viel Arbeit und mit Kosten verbunden. Möchtest du etwas dazu beitragen? Lass deinen Computer für uns Monero minen, während du diesen Artikel liest.

Hier erfährst du mehr dazu

Please reload

GoGoBrunhilde auf Instagram

Newsletter

Solcialmedia

  • Instagram - Black Circle
  • YouTube - Black Circle

Login