Nicht immer alleine in der Natur

1 Mar 2018

Die Fahrt in die Stadt El Chaltén war sonnig und die Sicht auf die Berge, unter anderen den Fitz Roy, war richtig toll. Das Städtchen ist sehr touristisch, aber hübsch. Wir verbrachten den Nachmittag in einem kleinen und charmanten obwohl leeren Restaurant. Wir fanden ein Hostel, wo wir heiss mit gutem Druck duschen konnten, und fuhren dann zum offiziellen Platz, wo Overlander kostenlos die Nacht verbringen können. Wir kochten uns etwas und gingen bald ins Bett.

 

Es regnete am nächsten Morgen, perfektes Wetter zum Basteln, was Stefan zum Anlass nahm einen Arduino-Thermometer in Brunhilde zu installieren. Etta plauderte mit unserem französischen Nachbarn Miguel, der mit Frau und zwei kleinen Töchtern auf einer ähnlichen Route wie wir unterwegs ist. Wir hatten sie schon einige Male gesehen, aber bisher noch keine Gelegenheit, sie kennenzulernen. Später gingen wir ins Restaurant vom Vortag und assen etwas Kleines und dann in einen Pub. Dort lernten wir zwei junge Luzerner kennen, Moni und Thomas. Wir tranken ein Bierchen und plauderten übers Reisen. Zurück am Schlafplatz verbrachten wir einen gemütlichen Abend mit Rob und Kaia, einem englischen Pärchen in unserem Alter, die für ein Jahr mit dem Rucksack in Süd- und Mittelamerika unterwegs sind und gerade für einen Monat einen Bus gemietet hatten. Eher früh zogen wir uns zurück, denn am nächsten Tag war zeitiges Aufstehen für alle geplant.

 

 

Das Wetter war perfekt. Nach einem kurzen Frühstück fuhren wir aus der Stadt hinaus und wanderten motiviert los. Zuerst 6 km durch den Wald, dann 2 km hoch zum Lago de los Tres, von wo man eine wunderbare Aussicht auf den Fitz Roy hat. Zusammen mit sehr, sehr vielen anderen Wanderern „kletterten“ wir quasi im Stau den steilen Aufstieg hoch und konnten dann die wundertolle Sicht auf den Fitz Roy geniessen. Der Himmel blieb den ganzen Tag blau, und wir konnten fantastische Fotos schiessen. Der Weg zurück war für Etta schmerzhaft, sie hatte einen Misstritt gemacht. Die Sicht auf die Berge und mehrere Gletscher war phänomenal! Total erschöpft erreichten wir nach gut sieben Stunden unsere Brunhilde und freuten uns auf die warme Dusche beim Hostel. Als Belohnung gab es Burger und Bier in einem Pub, wo wir mit einem Paar aus Amsterdam am Tisch sassen und uns lange mit ihnen unterhielten. Zurück am Platz waren Moni und Thomas mit ihrem gemieteten Bus unsere Nachbarn und so hatten wir Gelegenheit, sie besser kennenzulernen. Sie waren schon in Bolivien, Peru und Ecuador und bei Reiseerlebnissen liessen wir den Tag ausklingen.

 

Am nächsten Morgen schenkten sie uns eine Tafel Schweizer Schokolade, Giandor von Frey notabene, etwas was wir hier ziemlich vermissen. Danke Moni und Thomas, es war schön euch kennenzulernen! Wegen des Muskelkaters war der folgende Tag geprägt von Gemütlichkeit: Stefan bastelte und programmierte am Aussenthermometer weiter, während Etta draussen las und schrieb. Später spazierten wir ins Dorf, tranken Kaffee und konnten endlich unseren Blog aktualisieren. Zum Abendessen gab es bei einem Imbissstand frisch zubereitete Empanadas. Zurück am Platz verbrachten wir nochmals einen Abend mit unseren englischen Freunden bei einer Flasche Wein. Auch sie konnten uns schon einiges erzählen über die Länder, die auf unserer Reise noch vor uns liegen.

 

Am Tag darauf nahmen wir zwei Schwestern aus Deutschland mit, die per Anhalter durch Südamerika reisten. Nach 90 km auf der Ruta 40 trennten sich unsere Wege schon wieder, denn sie wollten in den Süden. Somit konnten wir Audrey aus Frankreich mitnehmen, die uns bis nach Gobernador Gregores 200 km weiter nördlich begleitete. Hier kauften wir in einem kleinen Supermarkt einige frische Produkte tankten Brunhilde voll und übernachteten an einem Fluss ausserhalb der Stadt.

 

 

Den nächsten Tag verbrachten wir mehrheitlich auf Schotterstrasse, bis wir den nur wenig besuchten Nationalpark Perito Moreno erreichten. Er befindet sich so weit von der Ruta 40 entfernt, dass nur wenige Touristen sich die Mühe machen, den Park zu besuchen. Umso besser für uns! In der kargen Landschaft leben viele Guanacos. Wir verbrachten die Nacht hinter der nördlichen Rangerhütte, dem einen von zwei Orten, wo campen erlaubt ist.

 

Beim morgendlichen Kaffee konnten wir hinter Brunhilde einen sonnenbadenden Fuchs beobachten, sowie eine Guanacofamilie, die gerade in der Nähe graste. Die Guanacos sind übrigens mit den Kamelen verwandt, was man an ihren Gesichtern gut erkennen kann. Nach einem Besuch im winzigen Parkmuseum fuhren wir durch den Park Richtung Süden, beobachteten weitere Guanacos und Choiques (Choiques sind eine kleine Art Nandu, ein straussenähnlicher Vogel, den man fast nur von hinten sieht, weil er mit wippenden weissen Schwanzfedern fluchtartig das Weite sucht, wenn man sich mit einem Auto oder zu Fuss nähert). Wir spazierten zu einem Aussichtspunkt und kamen am Nachmittag am südlichen Ende des Parks an, dem anderen Ort, wo man über Nacht parkieren darf. Wir bearbeiteten Fotos, lasen und Etta backte unser erstes Pfannenbrot, das gar nicht so schlecht war. Zum Abendessen gab es darum frischgebackenes Brot mit Käse und Salami. Wir plauderten bis zum Anbruch der Dunkelheit mit einem Reisenden, Kai aus Deutschland, der einen Monat mit Rucksack und Zelt durch Patagonien wandert.

 

 

 

 

 

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