Eisige Erlebnisse

23 Feb 2018

Puerto Natales ist eine kleine touristische Stadt, die man schnell gesehen hat. Wir verbrachten eine Nacht südlich der Stadt in einer Kiesgrube, eine Nacht nördlich der Stadt bei einem Fluss, und eine Nacht auf einem Campingplatz, da wir wieder einmal duschen mussten. Wir fuhren dann nördlich Richtung Torres del Paine Nationalpark, doch da wir wussten, dass ein grosser Teil des Parks überschwemmt war, verbrachten wir drei schöne Tage bei einem Wasserfall kurz davor. Wir hatten Zeit zum Schreiben und Basteln, und pure Natur um uns herum.

 

Am nächsten Morgen hatten wir unsere Frischprodukte aufgegessen und fuhren zum Grenzdorf Cerro Castillo. An der Bushaltestelle gab es Gratis-Duschen – wenn auch nur mit eiskaltem Wasser. Abgekühlt und etwas sauberer als vorher ging es über die Grenze zurück nach Argentinien. Die legendäre Ruta 40 hiess uns mit Schotterpisten willkommen. Wir übernachteten bei einem Aussichtspunkt mit wunderbarer Aussicht auf die Anden.

 

Tags darauf erreichten wir die Stadt El Calafate, wo wir unsere Wasser- und Essensvorräte wieder auffüllten, bevor wir an einem hübschen Plätzchen an einem Fluss den ersten Nachmittag seit langem im T-Shirt verbrachten. Es gab Hot Dogs, ein frisches Bierchen, eine Dusche aus dem Duschsack und Musik aus den Autolautsprecher unserer Nachbarn.

 

Wir stellten den Wecker früh, um vor den meisten Touristenbussen beim Perito-Moreno-Gletscher zu sein. Über 4 Stunden beobachteten wir den Gletscher. Es regnete, doch das störte uns überhaupt nicht. Dieser riesige Gletscher ist sehr aktiv und flächenmässig grösser als die Stadt Buenos Aires. Wir konnten mehrmals zuschauen, wie riesige Eisstücke von der 40 bis 70 Meter hohen Eiswand ins Seewasser krachten. Wir fuhren zum nahe gelegenen Gratiscamping, auf der anderen Seeseite. Wir genossen einen sonnigen Abend draussen mit toller Sicht auf die Berge.

 

 

Den Tag danach verbrachten wir wieder beim Gletscher, dieses Mal schien die Sonne und beleuchtete alles noch besser. Die Eisgötter waren allerdings weniger gnädig, und wir sahen nur kleine Stücke herunterfallen. Wir verbrachten weitere drei Stunden beim Perito Moreno und schliefen auch diese Nacht auf dem gleichen Campingplatz.

 

Als wir am nächsten Morgen aufwachten, regnete es leider. Wir wollten nämlich auf den nahe gelegenen Cerro Crystal wandern. Während des Frühstücks überlegten wir uns einen Plan B. Eine Stunde später war jedoch der Himmel wieder blau und wir konnten trotzdem loswandern. Die Wanderung war extrem steil, dafür die Aussicht auf den Gletscher und die umliegenden Berge war unglaublich. Nach drei Stunden "klettern" war Etta am Ende. Nach einem kurzen Snack marschierte Stefan das letzte, noch steilere Stück, bei starkem Wind alleine hoch. Insgesamt waren es 5,5 Kilometer je Weg und 1000 m Höhendifferenz, die wir erklungen haben. Stolz und erschöpft sassen wir wenig später in Brunhilde. Es begann wieder zu regnen.

 

Wir fuhren zu einem Camping und freuten uns aufs Duschen, doch auch hier gab es kein warmes Wasser. Noch einmal kalt duschen kam für Etta nicht in Frage, also fuhren wir zurück nach El Calafate, wo wir auf dem Camping den letzten Platz bekamen. Was wir zuvor nicht wussten war, dass an diesem Wochenende ein Musikfestival stattfand. Frisch geduscht spazierten wir zu einer kleinen Brauerei, wo wir einige Biere und verschiedene Tapas genossen. Mit uns am Tisch sassen ein Vater mit seinem Sohn aus Washington DC, mit denen wir einen lustigen Abend verbrachten. Wohl mit einem Bier zu viel spazierten wir zurück zu Brunhilde und schliefen schnell ein.

 

Am nächsten Morgen freuten wir uns bereits beim Aufstehen wieder aufs Bett, doch mussten wir den Campingplatz verlassen, da pünktliches Checkout sehr ernst genommen wird. Wir kauften noch einige Sachen und fuhren an ein hübsches Plätzchen am Lago Argentino, eine Stunde ausserhalb der Stadt. Wir machten Siesta, Stefan kochte das Abendessen und wir gingen zurück ins Bett.

 

In der Nacht erwachten wir zähneklappernd, das Gas für die Heizung war ausgegangen... Zum Glück sind wir ja zu zweit und somit schliefen wir, einander aufwärmend, bald wieder ein.

Beim Frühstück fanden wir heraus, dass es in der nächsten Stadt weder Gas-Verkäufer noch Supermarkt gab, also fuhren wir zurück nach El Calafate und füllten alle unsere Vorräte auf: Gas, Esswaren, Benzin und Wasser. Den Nachmittag verbrachten wir unterwegs in den Norden, Richtung El Chaltén, das knapp 230 Kilometer entfernt liegt. Als Schlafplatz diente ein Aussichtspunkt kurz vor der kleinen Stadt.

 

 

 

 

 

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