Die matetrinkenden Uruguayer und ihre Angewohnheiten

9 Dec 2017

Die Uruguayer sind ein tolles Volk, wie wir aus unseren Beobachtungen der letzten Wochen schliessen.

 

 

Eine sehr schöne Gewohnheit ist das Matetrinken. Mate ist eine Art Tee. In einem Calabaza (Mate-Becher) wird das Yerba (Mate-Kraut), immer wieder mit heissem Wasser aufgegossen. Meistens wird eine Calabaza für mehrere Personen gemacht und wie eine Friedenspfeife herumgereicht. Unser Stadtführer in Montevideo sagte es treffend: „wir teilen gerne in Uruguay.“ Überall trifft man die Uruguayer mit der Calabaza in der Hand und der Thermosflasche unter dem Arm. Fast alle, unabhängig von Alter, Geschlecht oder Region, trinken Mate. Das gilt, seit wir in Uruguay sind, auch für uns. Die Uruguayer wissen nämlich nicht, was guter Kaffee ist, geschweige denn, wie man ihn toll zubereitet. Es gibt hier fast nur Pulverkaffee, oder in den Restaurants selten mal eine Kaffeemaschine, was besonders Etta betrübt. Doch ist Mate eigentlich auch ganz fein und wir passen uns gerne an. Wir freuen uns aber auch, wenn wir in einigen Monaten in den Kaffee-Ländern wieder guten Kaffee trinken können!

 

 

In Uruguay wird sehr viel Fleisch gegessen, mehr noch als in Argentinien. Überall wird Fleisch in Unmengen und zu unglaublichen tiefen Preisen angeboten. In der Pampa Uruguays gibt es überall enorme eingezäunte Kuhweiden, in Ställen eingesperrte Kühe haben wir bisher nicht gesehen. Erst im Lastwagen Richtung Metzger werden sie eingesperrt, nachdem sie ein freies Leben in der Pampa leben durften. Das finden wir toll! Gemäss unserem Stadtführer gibt es in Uruguay übrigens vier Mal mehr Kühe als Menschen.

 

 

Auch die vielen kleinen Läden gefallen uns gut. Es gibt von Gemüse- & Früchteladen (Frutería), Metzgerei (Carnicería), Bäckerei (Panadería), Fischerladen (Tienda de Pesca) alles, auch Mini-Supermärkte, die dann die übrigen Sachen verkaufen, etwa wie bei uns ein Dorfladen. Klar gibt es bei uns auch noch die Metzgerei und die Bäckerei, doch die sind meist teurer und die Grossverteiler haben sehr viele kleine Läden ersetzt. Hier ist es genau umgekehrt: Im Gemüseladen ist das Gemüse frischer & günstiger, wir können mit der eigenen Stofftasche plastiksacklos einkaufen und erst noch eine kleine Familie unterstützen. Cool, nicht? Grosse Supermärkte gibt es viel weniger als bei uns.

 

 

Die Uruguayer sind auch sehr hilfsbereit. Wenn wir in einem Laden einen Artikel nicht finden, kennen sie bestimmt einen oder zwei andere Läden, wo wir diesen Artikel vielleicht kaufen können. Sie kommen dann mit uns aus dem Laden und erklären uns ganz genau, wie wir dorthin kommen. Als wir uns an einem See versehentlich aus Brunhilde rausgesperrt haben (mehr zu dieser Story in einem andern Artikel - folgt), bat Etta einen Fischer in der Nähe um Schnur oder einen längeren Stab. Er kam dann gleich mit Ideen und verschiedenen Hilfsmitteln und half uns über eine Stunde lang, bis dass wir das Auto öffnen konnten. Wirklich sehr nett!

 

 

Ach ja, das Fischen, das Lieblingshobby der Uruguayer. Überall gibt es Fischerläden und an jedem Gewässer sitzen Männer matetrinkend und laut plaudernd mit der Fischerrute. Fischerläden sind meist auch Campingläden, wir haben schon so manche davon besucht auf der Suche nach einem neuen, dichten Outdoor-Duschsack oder nach einem kleinen Gasherd.

 

 

Strassenregeln sind hier nur Empfehlungen, zumindest scheinen das die Uruguayer zu denken. Überholt wird auch bei durchgezogener Linie, 70 km/h wird gefahren, auch wenn 45 km/h steht, parkiert wird auch da, wo verboten steht. Etta als Neulenkerin fühlt sich manchmal noch etwas verloren, aber wie ihr Fahrlehrer Max sagte: „in Südamerika lernst du dann richtig fahren“.

 

 

Sehr positiv überrascht waren wir von den vielen Windrädern, welche wir im windigen Uruguay massenweise in Wäldern angeordnet vorfanden. Sonst ist nämlich von Umweltschutz nicht viel zu sehen, Recycling scheint ein Fremdwort zu sein, in jedem Supermarkt wird einem die Plastiktüte nachgeschmissen (keine Ahnung wie viele Male wir „sin bolsa, por favor“ gesagt haben), und überall, wo Menschen vor uns am Strand oder anderen gemütlichen Plätzchen waren, liegt haufenweise Müll rum, hauptsächlich Plastik, denn Bierflaschen haben ein Pfand. Kein schöner Anblick! Brigitta und Paul haben uns vorgewarnt, Uruguay sei das sauberste von allen Südamerikanischen Ländern, die sie besucht haben.

 

 

 

 

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