Von Sand und neuen Bekanntschaften

4 Dec 2017

Aus den geplanten ein oder zwei Nächten im Hippie-Dorf „Barra de Valizas“ wurden dann doch drei, zu gemütlich war es unter den schattenspenden Bäumen des Hostels/Campings, wo Küche, Bad, Duschen und die Bar unter freiem Himmel standen. Ausser uns war nur noch ein Argentinier in seinen 50ern da, der schon seit Jahren ziellos herumreiste. Und nicht zu vergessen die Kätzchen, Welpen, Hasen und die Gans.

„Barra de Valizas“ ist der perfekte Ausgangspunkt, um die riesigen Sanddünen auf der anderen Seite des Flusses zu besteigen. Eine Fischerfamilie, die direkt am Strand wohnt, fährt zwei Personen für 100 Uruguayische Pesos (ca. CHF 3.30) über den Fluss und zurück. Drüben angekommen kann man über die Dünen oder am Strand entlang etwa 10 km bis zum Leuchtturm wandern. Da wir erst recht spät losgegangen sind, machten wir nur eine kleine Wanderung auf die fast 70 m hohe Düne. Wir hatten – Low-Season sei Dank – den ganzen Haufen Sand für uns. Juhu!

Auch liessen wir uns einen kleinen, einsamen Spaziergang am Strand entlang nach „Agua Dulce“ nicht entgehen. Nach insgesamt 18 km unter der brennenden Sonne waren wir dann aber froh, als wir unser Dorf wieder erreichten. Zum Glück lag unser Lieblingsbäcker, bei dem wir jeden Tag vorbeischauten, auf dem Weg.

 

Nach diesen drei entspannten Tagen ging die Reise über die uruguayische-brasilianische Grenzstadt „Chuy“ Richtung Landesinnere. Auch in dieser Stadt versuchten wir vergeblich, an für uns brauchbare Gasflaschen zu kommen. In „Chuy“ verläuft die Landesgrenze der Hauptstrasse entlang, welche gleichzeitig die Shoppingmeile ist. Auf der einen Seite bezahlt man mit Uruguayischen Pesos und auf der anderen mit dem Brasilianischen Real. Oder natürlich auf beiden Seiten mit US$.

 

Am „Rio Cebollati“ mitten im Nirgendwo haben wir ein schönes Plätzchen gefunden. Am Fluss entlang gab es viele befahrbare Badeplätzchen. Wir haben uns das schönste ausgesucht und ausser ein paar Kühen und Pferden, die uns gelegentlich besuchten, hatten wir dort ganz unsere Ruhe. Auch hier wollten wir zuerst nur eine Nacht verbringen, aber da es so schön war, blieben wir gleich zwei. Und wenn unser Wasservorrat gereicht hätte, wären wir auch noch länger geblieben.

 

Der Nationalpark „Quebrada de los Cuvervos“ war unser nächstes Ziel. Der Weg, etwa zwei Fahrstunden, führte über einen Fluss. Beim Warten auf die Fähren trafen wir auf Paul und Brigitta, zwei Schweizer, die mit ihrem Toyota-Geländewagen für die nächsten drei Jahre unterwegs sein wollen. Auf der anderen Flussseite haben wir uns in einem Café mit ihnen ausgetauscht, bevor sich unsere Wege vorerst wieder trennten.

 

Nach einem kleinen Internetstop an der Tankstelle und einem weiteren bei einem Supermarkt, wo wir auch unsere Vorräte auffüllten, ging es weiter Richtung Nationalpark. Auf einer rund 20 km langen Schotterstrasse (die einem eher wie 50 km vorkam) erreichten wir den Campingplatz des Nationalparks.

Neben einer holländischen Familie, einem Paar aus Montevideo und zwei Deutschen war sonst niemand auf dem Campingplatz. Mit Wolfgang und Regine aus Hamburg verbrachten wir bei „einem“ Glas Wein einen lustigen Abend.

Am nächsten Tag machten wir die Wanderung durch den Nationalpark. Diese war zwar nicht sehr lang, aber teilweise sehr steil und hatte einige kleine fast-Kletterstellen. Wir natürlich so: „Jaja, wandern in Uruguay, da nehmen wir sicher nicht extra unsere Wanderschuhe...“. Aus seinen Fehlern lernt man ja bekanntlich...

 

Am späteren Nachmittag kamen Paul und Brigitta, die wir bereits am Vortag kennengelernt hatten, ebenfalls auf dem Campingplatz an. Sie kannten auch bereits Wolfgang und Regine, da diese zusammen über den Seeweg auf der „Grande Amburgo“ nach Südamerika kamen. Übrigens das gleiche Schiff, mit dem auch unsere Brunhilde übergesetzt hat.

Auch der zweite Abend war sehr lustig und wir bekamen von den anderen Overlandern noch den einen oder anderen Tipp für unsere Reise.

Am nächsten Morgen haben wir noch zusammen gefrühstückt, bevor wir uns dann weiter Richtung Norden aufgemacht haben.

Von Wolfgang bekamen wir einen neuen 12V-Stecker für unseren Kompressor, um auf den Gravelroads den Reifendruck reduzieren und auf den normalen Asphaltstrassen wieder erhöhen zu können. Danke nochmals! 

 

 

Website von Paul und Brigitta: www.circumnavigation.ch/de

 

Website von Wolfgang und Regina: www.rewola.de

 

 

 

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